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Tennisnachwuchs im Turnierfieber

DTB-Jugendturnier auf der Anlage des TC BW Bad Hersfeld

(Bericht: Mark Sleziona, Fotos: Annett Deiseroth)

 

„Aus!“, ruft Felix erleichtert. Der lange Vorhandschlag seines Gegners Niklas landet seiner Ansicht nach hinter der Grundlinie. Niklas hingegen will das „Band“ gehört haben – der Ball habe die Linie berührt. Gemeinsam suchen sie den Abdruck. Die Situation ist unklar, die Spannung steigt. Die Väter geraten außerhalb des Platzes aneinander. Erst als Oberschiedsrichter Georg Deiseroth die Situation klärt, beruhigen sich die Gemüter. Der Ball wird als Aus gegeben. Felix hat Matchball im Match-Tiebreak des Viertelfinals der Junioren U16 – 9:8. 

 

Großer Zuspruch

 

Am vergangenen Wochenende war die Tennisanlage des TC Blau-Weiß Bad Hersfeld – dem drittgrößten Tennisverein Nordhessens – Schauplatz des Jugend Hersfeld Cups 2026, eines DTB-Ranglistenturniers für junge Tenniscracks aus ganz Deutschland. In den Altersklassen U10 bis U18 gingen 67 Nachwuchsspielerinnen und -spieler an den Start, darunter 15 Talente des Gastgebervereins. Sportlich blieben die blau-weißen Mädels und Jungs zwar ohne Erfolg, der Blick ging jedoch bewusst über Ergebnisse hinaus: Die Jugendlichen sollten Erfahrung sammeln, wie Annett Deiseroth erklärte. Die Sportwartin des TC BW Bad Hersfeld, die gemeinsam mit ihrer Tochter Kara sowie Marek Flinner zur Turnierleitung gehörte, freute sich über den Zuspruch: „Das Turnier ist gut angenommen worden.“ 

 

DTB-Ranglistenturnier

 

DTB-Ranglistenturniere bilden die „Königsklasse“ der Turniere. Sie bestimmen den Status der Teilnehmenden in Deutschland. LK-Turniere hingegen sind breitensportorientiert – über Siege verbessern Spielerinnen und Spieler ihren individuellen Stärkewert.

Für Olivia, an Position 1 der U12-Juniorinnen gesetzt und aus Bad Vilbel kommend, ist die Tennisanlage auf der Unteraue „eine der schönsten, die ich bisher gesehen habe“. Sie reist regelmäßig zu Turnieren im ganzen Bundesgebiet – vergangenes Jahr waren es 20. Ihr Vater ist bei fast allen Wettkämpfen an ihrer Seite. Auch er lobte das Ambiente und den „hervorragenden Service“ des Vereins, der nicht selbstverständlich sei. So bekamen alle Teilnehmenden je einen Essensgutschein, ein Freigetränk und ein Handtuch. 

Auch abseits der Plätze war einiges zu tun. Die Küche lief durchgehend auf Hochtouren. Christine Niewerth, selbst Vereinsmitglied, übernahm die Bewirtung in diesem Jahr ehrenamtlich. Gäste und Zuschauer konnten sich zudem an selbstgebackenem Kuchen, Muffins und Waffeln bedienen. „Samstag war unser Großkampftag“, sagte Niewerth lachend. Am Sonntag richtete der Verein zusätzlich ein Herren-LK-Turnier im Spiralsystem aus, an dem Spieler aus Bad Hersfeld und der Region Osthessen teilnahmen.

 

Idee und Umsetzung

 

Hinter dem DTB-Ranglistenturnier steht das Engagement von Christian Mozet. Der gebürtige Haunetaler hatte im vergangenen Jahr die Idee, ein Jugend-Ranglistenturnier in Bad Hersfeld auf die Beine zu stellen. „Die Anlage auf der Unteraue bietet alles, was es dazu braucht“, sagte der in Leipzig praktizierende Facharzt für HNO-Heilkunde. 

Hinzu kommt: Die Plätze sind im Vergleich zu anderen Anlagen bereits früh in der Saison in Top-Zustand – ideale Voraussetzungen für ein DTB-Jugendturnier. Gemeinsam mit Annett und Kara Deiseroth setzte Mozet die Idee um und ermöglichte als Sponsor neben den Verzehrgutscheinen auch Siegesprämien. Die Kinder des früheren Spielers des TC BW Bad Hersfeld, Julian (U14) und Lotte (U12), „spielen ambitioniert Tennis“, so Mozet, und nahmen am Turnier teil. Julian, topgesetzt in seiner Altersklasse, erreichte das Finale, in dem er jedoch unterlag. Lotte verlor im Halbfinale nach Match-Tiebreak gegen die amtierende Hessenmeisterin. 

„Ich hoffe, wir können nächstes Jahr wieder hier spielen“, sagte Olivias Vater – ein Wunsch, den viele Eltern teilten. Dem möchte Christian Mozet gern nachkommen: „Auf jeden Fall!“, sagte er und kann sich gut vorstellen, das Turnier langfristig in Bad Hersfeld zu etablieren. Auch Annett Deiseroth betonte den Mehrwert für Verein und Region: „Wir stellen unsere Anlage gern zur Verfügung.“